Wie schreibt man ein Buch? Eine Anleitung in 10 Schritten
Wie schreibt man ein Buch? Eine Anleitung in zehn Schritten, von der ersten Idee über Figuren und Plot bis zum fertigen Manuskript.

Du hast eine Idee. Vielleicht schon seit Jahren. Eine Figur, die dir beim Einschlafen durch den Kopf geht. Eine Szene, die du genau vor dir siehst. Ein Satz, der unbedingt in ein Buch gehört. Und irgendwann tippst du die Frage in die Suchmaschine: Wie schreibt man eigentlich ein Buch?
Ich kenne diese Frage gut. Ich bin selbst (noch) kein Autor. Ich habe eine Buchidee, und ich will dieses Buch schreiben. Auf dem Weg dahin habe ich viel gelesen, einen Kurs für kreatives Schreiben besucht, viel ausprobiert und am Ende sogar ein eigenes Schreibprogramm gebaut. In diesem Artikel teile ich, was ich dabei gelernt habe: zehn Schritte von der ersten Idee bis zum fertigen Manuskript. Kein Geheimrezept, aber ein Weg, an dem du dich festhalten kannst.
Kurz gesagt: So schreibst du ein Buch
- Finde eine Idee, die dich nicht loslässt.
- Fasse deine Geschichte in einem Satz zusammen.
- Lerne deine Figuren kennen.
- Baue die Welt, in der deine Geschichte spielt.
- Plane deinen Plot, so genau, wie du es brauchst.
- Schreib den ersten Entwurf, ohne zurückzublicken.
- Mach das Schreiben zur Gewohnheit.
- Überarbeite mit Abstand.
- Hol dir ehrliches Feedback.
- Bring dein Manuskript in Form.
Klingt nach viel? Ist es auch. Aber keiner dieser Schritte ist schwer, wenn du ihn einzeln angehst. Schauen wir sie uns der Reihe nach an.
1. Finde eine Idee, die dich nicht loslässt
Am Anfang steht keine perfekte Idee. Am Anfang steht eine Idee, die dich nicht in Ruhe lässt. Ein Buch zu schreiben dauert Monate, oft Jahre. Es wird Wochen geben, in denen nichts vorangeht. Was dich dann trägt, ist echtes Interesse an deiner Geschichte, nicht ein Trend, den du gerade auf dem Buchmarkt siehst.
Stell dir drei Fragen:
- Würde ich dieses Buch selbst lesen wollen?
- Was genau fasziniert mich daran: die Figur, die Welt oder die Frage dahinter?
- Habe ich nach einer Woche immer noch Lust darauf?
Schreib Einfälle sofort auf, auch die halbfertigen. Viele Geschichten entstehen erst, wenn zwei kleine Ideen zusammenfinden, die einzeln nicht gereicht hätten. Ein Satz im Handy, eine Notiz auf dem Küchenzettel, alles zählt. Wichtig ist nur, dass du die Notizen später wiederfindest.
2. Fasse deine Geschichte in einem Satz zusammen
Bevor du Hunderte Seiten schreibst, versuch es mit einem einzigen Satz. Er beantwortet drei Fragen: Wer will was? Was steht im Weg? Und was steht auf dem Spiel?
Ein Beispiel: Eine pensionierte Kommissarin will den einen Fall lösen, an dem sie damals gescheitert ist, doch der einzige Zeuge ist ihr eigener Bruder.
Dieser Satz muss nicht schön sein. Er ist dein Kompass. Wenn du im dritten Kapitel nicht mehr weißt, wohin die Reise geht, liest du ihn noch einmal. Gehört die Szene, an der du gerade sitzt, zu dieser Geschichte? Wenn nicht, ist das ein Hinweis, kein Verbot. Manchmal merkst du dabei auch, dass sich deine Geschichte verändert hat. Dann schreib einen neuen Satz.
3. Lerne deine Figuren kennen
Leser:innen folgen selten einer Handlung. Sie folgen Figuren. Deshalb lohnt es sich, deine Protagonist:innen besser zu kennen, als es im Buch je sichtbar wird.
Hilfreiche Fragen für jede wichtige Figur:
- Was will sie, und was braucht sie wirklich?
- Wovor hat sie Angst?
- Was verschweigt sie, vielleicht sogar vor sich selbst?
- Wie verändert sie sich bis zum Ende?
Dazu kommen die kleinen Dinge, die schnell verloren gehen. Eine Figur taucht nach fünf Kapiteln wieder auf, und plötzlich stellt sich die Frage, welche Augenfarbe sie hatte. Oder wie alt ihre Schwester war. Oder ob sie Linkshänderin ist. Halte deshalb alles fest, was du über deine Figuren entscheidest.
Genau für diesen Moment habe ich in Faustica das Kompendium gebaut. Jede Figur bekommt dort einen Eintrag mit Foto, Rollen, Schlagwörtern und eigenen Abschnitten. Die „Ideen“-Fragen im Eintrag helfen dir, eine Figur weiterzudenken, wenn du nicht weißt, was du noch über sie erzählen kannst. Und im Bereich Beziehungen siehst du als Graph, wer mit wem verbunden ist: verwandt, verfeindet, verliebt.
4. Baue die Welt, in der deine Geschichte spielt
Weltenbau klingt nach Fantasy, nach Landkarten und erfundenen Sprachen. Aber jede Geschichte hat eine Welt. Auch ein Krimi in einer Kleinstadt braucht Orte, Gewohnheiten, Vereine, alte Geschichten, über die niemand spricht.
Ein paar Anregungen:
- Orte: Wie riecht die Kneipe, in der sich deine Figuren treffen? Was sieht man aus dem Fenster?
- Regeln: Was ist in deiner Welt normal, was verboten, was undenkbar?
- Geschichte: Welche Ereignisse liegen vor dem Buch und wirken noch nach?
Ein ehrlicher Rat: Bau nur so viel, wie deine Geschichte braucht. Weltenbau kann großen Spaß machen und gleichzeitig eine sehr bequeme Art sein, nicht zu schreiben. Ich spreche aus Erfahrung.
Im Kompendium von Faustica gibt es neben Figuren und Orten auch Kategorien für Länder, Organisationen, Gegenstände, Ereignisse, Kulturen, und vieles mehr. Du kannst eigene Kategorien anlegen, wenn dir etwas fehlt. Für lose Gedanken, die noch keinen festen Platz haben, eignen sich Mindmaps.
5. Plane deinen Plot, so genau, wie du es brauchst
Hier scheiden sich die Geister. Manche Autor:innen planen jede Szene, bevor sie die erste Zeile schreiben. Andere schreiben einfach los und entdecken die Geschichte unterwegs. Beides ist in Ordnung. Die meisten landen irgendwo dazwischen.
Wenn du planen möchtest, helfen bewährte Strukturen als Gerüst:
- Drei-Akt-Struktur: Aufbau, Konfrontation, Auflösung. Einfach und tragfähig.
- Heldenreise: Die Figur verlässt ihre gewohnte Welt, wird geprüft und kehrt verändert zurück.
- 15 Beats: Eine feinere Einteilung mit festen Wendepunkten.
- 7 Punkte: Vom Ausgangszustand über die Wendepunkte bis zur Auflösung.
Keine dieser Strukturen ist ein Gesetz. Sie sind Hilfen, um zu sehen, ob deine Geschichte irgendwo durchhängt oder ob der Höhepunkt zu früh kommt.
Schwierig wird es, sobald du mehrere Handlungsstränge hast. Dann verlierst du leicht aus dem Blick, dass ein Nebenstrang seit sieben Kapiteln schweigt. Im Plot-Planer von Faustica legst du deine Stränge und Kapitel als Raster an und füllst es mit Szenenkarten. Die vier Strukturvorlagen oben sind dort eingebaut. Eine Spannungskurve zeigt dir, wie sich die Spannung über das Buch entwickelt, und Faustica weist dich auf Stränge hin, die gerade ruhen.
Wenn deine Geschichte mit der Zeit spielt, mit Rückblenden, parallelen Ereignissen oder mehreren Erzählperspektiven, lohnt sich zusätzlich eine Zeitleiste. Dort siehst du, was gleichzeitig passiert, und findest Widersprüche, bevor deine Leser:innen es tun.
6. Schreib den ersten Entwurf, ohne zurückzublicken
Jetzt kommt der wichtigste Schritt, und der einfachste Rat dazu: Der erste Entwurf darf schlecht sein. Er soll es sogar. Seine einzige Aufgabe ist es, zu existieren.
Was dabei hilft:
- Nicht überarbeiten, während du schreibst. Wer jedes Kapitel dreimal poliert, kommt selten über das fünfte hinaus.
- Lücken markieren statt recherchieren. Du weißt nicht, wie ein Zug im Jahr 1910 aussah? Schreib „[recherchieren]“ in den Text, verknüpfe eine Notiz oder kommentiere die Stelle und mach weiter.
- Szenen überspringen. Wenn eine Szene klemmt, schreib die nächste. Die Lücke schließt du später.
Ablenkungen sind beim Schreiben der größte Feind. Der Editor von Faustica hat deshalb einen Fokus-Modus, der die Navigation ausblendet, sodass nur noch dein Text bleibt. Für Stellen, die du später noch einmal überarbeiten willst, kannst du Kommentare direkt an den Text setzen.
7. Mach das Schreiben zur Gewohnheit
Bücher entstehen nicht an einem inspirierten Wochenende. Sie entstehen an vielen gewöhnlichen Tagen. Eine kleine Rechnung: Wenn du jeden Tag 500 Wörter schreibst, hast du nach sechs Monaten rund 90.000 Wörter. Das ist ein ganzer Roman.
So wird Schreiben zur Gewohnheit:
- Feste Zeit: Morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause, abends nach dem Abendessen. Hauptsache regelmäßig.
- Kleine Ziele: Lieber 300 Wörter an jedem Tag als 3.000 an einem Tag im Monat.
- Schreibsprints: 25 Minuten nur schreiben, dann Pause. Das überlistet die Angst vor dem leeren Blatt.
- Fortschritt sichtbar machen: Es motiviert, zu sehen, wie das Manuskript wächst.
Für die Sprints hat Faustica einen Fokus-Timer, den du frei einstellst. Die Projekt-Statistik zeigt dir deinen Schreibverlauf nach Tagen, Wochen und Monaten und wie viele Tage am Stück du dabeigeblieben bist. Vergleich dich dabei nur mit dir selbst, nie mit den Zahlen anderer.
8. Überarbeite mit Abstand
Wenn der erste Entwurf fertig ist: Herzlichen Glückwunsch. Das schaffen viele nie. Und jetzt leg ihn weg. Ein paar Wochen Abstand wirken Wunder. Danach liest du deinen Text fast wie jemand Fremdes, und genau das brauchst du.
Überarbeite in mehreren Durchgängen statt alles auf einmal:
- Struktur: Stimmt die Reihenfolge? Fehlen Szenen, sind welche überflüssig?
- Szenen: Hat jede Szene ein Ziel? Verändert sich etwas?
- Figuren: Handeln alle stimmig? Hat die Hauptfigur eine Entwicklung?
- Sprache: Sätze kürzen, Füllwörter streichen, Lieblingswörter finden.
Ein guter Trick für den letzten Durchgang: Lies deinen Text laut. Was holpert, hörst du sofort.
Gerade die Lieblingswörter sind tückisch. Jede:r hat welche, und man bemerkt sie selbst kaum. In Faustica zeigt dir der Bereich Wiederholungen, welche Wörter in einem Kapitel oder im ganzen Manuskript auffällig oft vorkommen, und markiert sie im Text. Mit den Synonymen findest du direkt eine Alternative, offline und ohne dass dein Text irgendwohin geschickt wird.
Beim Überarbeiten wirst du auch Dinge löschen, die du später vielleicht doch vermisst. Faustica legt bei der ersten Änderung des Tages automatisch eine Fassung an, bis zu 30 davon kannst du wiederherstellen. Und ganz grundsätzlich: Sichere dein Manuskript regelmäßig an einem zweiten Ort, zum Beispiel auf einer externen Festplatte. Kein Programm ersetzt eine eigene Backup-Strategie.
9. Hol dir ehrliches Feedback
Irgendwann bist du zu nah an deinem Text, um ihn noch objektiv zu sehen. Dann brauchst du andere Augen. Testleser:innen müssen keine Profis sein, aber sie sollten das Genre mögen, das du schreibst, und ehrlich sein dürfen.
Gib ihnen konkrete Fragen mit:
- Wo hast du dich gelangweilt?
- Wo warst du verwirrt?
- Welche Figur hat dich am meisten interessiert, welche gar nicht?
- Wann wolltest du unbedingt weiterlesen?
Nicht jedes Feedback musst du umsetzen. Aber wenn drei Leute an derselben Stelle stolpern, liegt es selten an den Leuten.
Für diesen Schritt kannst du in Faustica dein Manuskript für das Lektorat als Word-Datei mit Änderungsverfolgung exportieren. Deine Testleser:innen arbeiten in ihrem gewohnten Programm. Die überarbeitete Datei importierst du zurück und vergleichst sie in der geteilten Ansicht mit deinem Original.
10. Bring dein Manuskript in Form
Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, was du mit deinem Buch vorhast.
Für Verlage und Literaturagenturen wird oft die Normseite erwartet: ein einheitliches Format mit 30 Zeilen à 60 Anschlägen pro Seite. Dazu kommen meist ein Exposé und eine Leseprobe. Welche Unterlagen genau gefragt sind, steht bei den Verlagen und Agenturen selbst, und es lohnt sich, das vorher genau nachzulesen.
Fürs Selfpublishing brauchst du ein sauber gesetztes E-Book und, wenn du magst, eine Druckvorlage für ein Taschenbuch.
Der Export in Faustica erzeugt Word, PDF, E-Book (EPUB) und Markdown. Es gibt Vorlagen für Taschenbuch, Normseite und E-Book, und du kannst Titelbild, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und Initialen hinzufügen.
Häufige Fragen zum Buchschreiben
Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?
Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie viel Zeit du pro Woche hast, wie lang dein Buch wird und wie viel du planst und überarbeitest. Für einen ersten Roman neben Beruf und Alltag sind ein bis zwei Jahre keine Seltenheit. Wichtiger als das Tempo ist, dass du dranbleibst.
Wie viele Wörter hat ein Roman?
Als grobe Orientierung haben viele Romane zwischen 60.000 und 100.000 Wörter. Je nach Genre kann das deutlich abweichen: Fantasy wird oft länger, manche Krimis und Liebesromane kürzer. Für den ersten Entwurf gilt: Schreib die Geschichte so lang, wie sie sein muss. Kürzen kannst du später.
Brauche ich ein spezielles Schreibprogramm?
Nein. Viele Bücher sind in einer ganz normalen Textverarbeitung entstanden, manche sogar mit der Hand. Ein Schreibprogramm schreibt dein Buch nicht für dich. Es kann dir aber helfen, den Überblick zu behalten, wenn Figuren, Orte, Notizen und Handlungsstränge mehr werden. Genau dafür habe ich Faustica gebaut. Faustica ist kein Alleskönner, aber es hält alles Wichtige zu deinem Buch an einem Ort.
Muss ich vorher alles planen?
Nein. Manche Autor:innen planen viel, andere fast gar nicht. Probier aus, was zu dir passt. Wenn du beim Losschreiben immer wieder steckenbleibst, hilft etwas mehr Planung. Wenn dich ein fertiger Plan langweilt, gönn dir mehr Freiheit.
Wie fange ich an, wenn ich noch nie geschrieben habe?
Mit einer Szene, die du schon vor dir siehst. Sie muss nicht der Anfang deines Buches sein. Schreib sie auf, so gut du kannst, und schau, wohin sie dich führt. Der erste Schritt ist nicht, ein Buch zu schreiben. Der erste Schritt ist, heute ein paar Sätze zu schreiben.
Zum Schluss
Ich stehe mit meiner eigenen Buchidee auch noch am Anfang. Was ich bis hierher gelernt habe: Ein Buch entsteht nicht durch die perfekte Methode, sondern dadurch, dass man immer wieder zurückkommt. Mal mit 1.000 Wörtern, mal mit einem einzigen Satz.
Wenn du dafür eine ruhige Umgebung suchst, in der Manuskript, Figuren, Plot und Notizen zusammen an einem Ort liegen, probier Faustica aus. Du kannst es 30 Tage kostenlos und mit vollem Funktionsumfang testen, ohne Zahlungsdaten. Keine KI, keine Cloud, kein Abo. Deine Texte gehören dir.
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Und wenn du Fragen hast oder mir erzählen magst, woran du gerade schreibst: Ich lese jede Nachricht selbst.