Wie du ein Manuskript formatierst, hängt davon ab, wer es liest. Für eine Literaturagentur oder einen Verlag soll das Manuskript schlicht, gut lesbar und leicht zu bearbeiten sein: eine klare Schrift, ausreichend Zeilenabstand und Rand, Seitenzahlen, ein Titelblatt mit deinen Kontaktdaten und jedes Kapitel auf einer neuen Seite, oft im Normseitenformat. Im Selfpublishing dagegen ist die Datei das Buch selbst. Die Druckdatei braucht Buchformat, Satzspiegel und eingebettete Schriften, das E-Book eine saubere Struktur, die sich jeder Bildschirmgröße anpasst.
Auf dieser Seite findest du, was in beiden Fällen gilt, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Einreichungsmanuskript, die wichtigsten Unterschiede bei Druck und E-Book, ein Beispiel und eine Liste typischer Fehler. Eine Regel steht über allem: Wenn eine Agentur oder ein Verlag eigene Formatvorgaben nennt, gehen diese jeder allgemeinen Empfehlung vor.
Zwei Zwecke, zwei Formate
Ein Einreichungsmanuskript ist ein Arbeitsdokument. Wer es liest, prüft deinen Text, macht vielleicht Anmerkungen und soll sich nicht durch eine ungewöhnliche Gestaltung ablenken lassen. Schöne Schriften, Initialen, Ornamente oder ein selbst gestaltetes Cover helfen hier nicht; im schlimmsten Fall wirken sie unprofessionell. Den Satz übernimmt später der Verlag.
Eine Veröffentlichungsdatei im Selfpublishing ist dagegen das fertige Produkt. Hier zählen Typografie, Seitenformat, Ränder für die Bindung, ein Inhaltsverzeichnis, das funktioniert, und beim E-Book eine Struktur, die Lesegeräte richtig darstellen. Diese Datei würdest du nicht an eine Agentur schicken.
Beiden gemeinsam ist eine saubere Grundlage: einheitliche Absatzformate statt manueller Leerzeichen und Leerzeilen, echte Seitenumbrüche statt vieler Zeilenschaltungen, einheitliche Anführungszeichen und Gedankenstriche. Je sauberer der Text, desto einfacher entstehen aus ihm beide Formate.
Ein Einreichungsmanuskript formatieren in acht Schritten
- Lies die Einsendehinweise. Viele Agenturen und Verlage nennen auf ihrer Website Dateiformat, Umfang der Leseprobe, Schrift oder Zeilenabstand. Halte dich daran, auch wenn es von dieser Anleitung abweicht.
- Wähle eine schlichte Schrift. Üblich sind Courier im Normseitenformat oder eine gut lesbare Proportionalschrift wie Times New Roman oder Arial in 12 Punkt. Was eine Normseite genau ist, erklärt die Seite Normseiten verstehen und berechnen.
- Stelle Zeilenabstand und Ränder ein. Anderthalbzeilig oder doppelt, mit ausreichend breiten Rändern, damit Platz für Anmerkungen bleibt. Linksbündiger Flattersatz ohne automatische Silbentrennung ist üblich.
- Formatiere Absätze einheitlich. Entweder Erstzeileneinzug oder Leerzeile zwischen Absätzen, nicht beides. Den Einzug stellst du im Absatzformat ein, nicht mit Leerzeichen oder Tabulator.
- Beginne jedes Kapitel auf einer neuen Seite. Mit einem echten Seitenumbruch und einer deutlichen Kapitelüberschrift. Szenenwechsel innerhalb eines Kapitels markierst du mit einer Leerzeile oder einem zentrierten Zeichen wie „*“, wichtig ist nur, dass es einheitlich ist.
- Lege ein Titelblatt an. Titel, Genre, Umfang (in Normseiten oder Wörtern), dein Name oder Pseudonym und deine Kontaktdaten. Kein Bild, kein Cover-Entwurf.
- Ergänze Kopf- oder Fußzeile. Mit Seitenzahl, gern auch mit Name und Kurztitel. Wenn einzelne Seiten ausgedruckt durcheinandergeraten, lassen sie sich so zuordnen.
- Speichere im verlangten Dateiformat. Häufig werden PDF oder Word-Dateien verlangt. Benenne die Datei eindeutig, etwa mit Nachname, Titel und Art des Dokuments, damit sie beim Empfänger nicht „Manuskript_final.docx“ heißt.
Das Exposé ist ein eigenes Dokument und folgt nicht zwangsläufig dem Normseitenformat; auch hier gelten die Vorgaben des Empfängers.
Formatieren für Selfpublishing: Druck und E-Book
Wenn du selbst veröffentlichst, brauchst du in der Regel zwei verschiedene Dateien. Die genauen technischen Anforderungen stehen auf den Hilfeseiten der Plattform oder Druckerei, über die du veröffentlichst; prüfe sie, bevor du die endgültige Datei erstellst.
Die Druckdatei ist meist ein PDF in genau dem Seitenformat, in dem das Buch gedruckt wird, etwa einem gängigen Taschenbuchformat. Dazu gehören:
- ein Satzspiegel mit Rändern, die zur Bindung hin breit genug sind,
- eine Lesetypografie in passender Größe, meist im Blocksatz mit Silbentrennung,
- Titelei (Titelseite, Impressum, gegebenenfalls Widmung) und ein Inhaltsverzeichnis,
- Kapitelanfänge, die einheitlich gestaltet sind, oft auf einer rechten Seite,
- eingebettete Schriften, damit die Druckerei die Datei genau so ausgibt.
Das E-Book im Format EPUB hat keine festen Seiten. Der Text fließt je nach Gerät und Schriftgröße neu um. Deshalb kommt es hier auf die Struktur an: echte Überschriften für Kapitel, damit das Inhaltsverzeichnis funktioniert, keine manuellen Seitenumbrüche oder Leerzeilen zur Gestaltung, keine festen Seitenzahlen. Das Cover ist eine eigene Bilddatei.
Wie der gesamte Weg im Selfpublishing aussieht, mit ISBN, Cover und Lektorat, erklärt die Seite Selfpublishing – das eigene Buch veröffentlichen.
Beispielmanuskript als PDF und Word herunterladen
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Das Muster enthält ein Titelblatt mit Platzhaltern, zwei mit Lorem-ipsum-Platzhaltertext gefüllte Kapitel unter dem Beispieltitel „Die letzte Fähre“ und einen getrennten Anhang mit Formatierungshinweisen und Quellen. Du siehst Absatzeinzüge, einen Szenenwechsel, einen Kapitelbeginn auf neuer Seite sowie Kopfzeilen und automatische Seitenzahlen im Zusammenhang. In der Word-Datei kannst du den Beispieltext ersetzen und die Formatvorlagen weiterverwenden. Entferne vor einer Einreichung den Erkläranhang und den Beispielhinweis auf dem Titelblatt.
Für dieses Lesemanuskript haben wir DIN A4, Times New Roman in 12 Punkt, 1,5-fachen Zeilenabstand, rundum 3 cm Rand, linksbündigen Text und ausgeschaltete automatische Silbentrennung gewählt. Die Erstzeile ist um 0,5 cm eingezogen; Kapitelanfänge und Absätze direkt nach Szenenwechseln bleiben ohne Einzug. Das ist eine schlichte Musterlösung, keine allgemein verbindliche Verlagsnorm. Eine exakte Normseite mit höchstens 60 Zeichen und 30 Zeilen bildet dieses Beispiel nicht ab. Wenn sie verlangt wird, richte das Dokument nach den entsprechenden Vorgaben ein.
Was Verlage und Agenturen tatsächlich verlangen
Die Recherche vom 24. Oktober 2026 zeigt, warum eine Vorlage angepasst werden muss:
| Empfänger | Beispiele aus den Einsendehinweisen |
|---|---|
| Piper | PDF per E-Mail; etwa 20 Seiten Leseprobe, Exposé und Kurzvita. Word-Dateien werden ausdrücklich nicht bearbeitet. |
| Rowohlt | PDF über das Formular; etwa 30 Seiten Teilmanuskript und Exposé, keine Vita oder Lebensläufe. Anhänge insgesamt höchstens 9 MB. |
| Literaturagentur WortUnion | Word oder PDF; 40–60 Seiten Leseprobe, vorzugsweise der Anfang, Exposé von höchstens drei Seiten sowie weitere Bewerbungsunterlagen. |
| Elysion Books | Gute Lesbarkeit, zum Beispiel Arial 12 und 1,5-facher Zeilenabstand; Standardnormseite oder ausreichend Rand. |
Prüfe unmittelbar vor dem Versand die aktuellen Hinweise des konkreten Empfängers: Dateiformat, Umfang, Kontaktdaten, verlangte Begleitunterlagen und Einsendeweg. Die Word-Datei ist zum Bearbeiten gedacht; wenn nur PDF angenommen wird, exportierst du deine angepasste Fassung als PDF.
Ein Beispiel: Titelblatt und Kapitelanfang
Für dieses Beispiel formatieren wir ein Einreichungsmanuskript zu einem erfundenen Spannungsroman mit dem Arbeitstitel „Die letzte Fähre“. Die Hauptfigur Rika ist eine Fährfrau, deren Geldnot nach einem Motorschaden sie in die Abhängigkeit ihres Jugendfreundes Hauke bringt. Das Titelblatt verwendet Platzhalter für Umfang und Kontaktdaten.
Die letzte Fähre
Spannungsroman
Umfang: [tatsächliche Zahl nach verlangter Zählweise]
[Vorname Nachname]
[Kontaktdaten]
Ein möglicher Kapitelanfang:
1 Der Ausfall
Die Händlerin klopfte gegen das Steuerhausfenster. Rika hob einen Finger: noch einen Versuch.
Die Überschrift ist im Dokument als Kapitelüberschrift formatiert. Das bloße Fettdrucken eines Absatzes ersetzt keine Überschriftenstruktur. Der kurze Anfang ist eine mögliche Lehrfassung; die Formatierung soll nicht den Eindruck erwecken, dass bereits ein vollständiges Manuskript vorliegt.
Typische Fehler
- Gestalten statt formatieren. Zierschriften, farbige Überschriften und Bilder im Einreichungsmanuskript lenken ab.
- Leerzeichen und Leerzeilen als Layout. Einzüge aus Leerzeichen, Seitenumbrüche aus vielen Zeilenschaltungen: Beim Öffnen auf einem anderen Rechner oder beim Umwandeln ins E-Book verschiebt sich alles.
- Uneinheitliche Zeichen. Gemischte Anführungszeichen („…“, "…", »…«) oder Bindestriche statt Gedankenstrichen wirken unsorgfältig. Hilfe bietet die Seite zu häufigen Schreibfehlern.
- Kontaktdaten vergessen. Ein Manuskript ohne Namen und Adresse auf dem Titelblatt lässt sich nicht zuordnen, wenn es vom Anschreiben getrennt wird.
- Die Druckdatei als Einreichung schicken. Ein im Taschenbuchformat gesetztes PDF ist für Agenturen und Verlage schwerer zu bearbeiten als ein schlichtes Manuskript.
Praxistipps
- Arbeite mit Absatz- und Überschriftenformaten statt mit direkter Formatierung. Dann kannst du das Aussehen später mit wenigen Klicks ändern.
- Trenne Schreiben und Ausgabe: Schreibe in der Ansicht, die dir angenehm ist, und erzeuge das jeweilige Abgabeformat erst am Ende.
- Schau dir das Ergebnis immer als PDF oder auf dem Lesegerät an, bevor du es verschickst oder hochlädst.
- Bewahre die Fassung auf, die du eingereicht hast. Wenn eine Agentur später das ganze Manuskript anfordert, sollte es zur Leseprobe passen.
Mit Faustica umsetzen
In Faustica schreibst du in einer Ansicht, die dir zusagt, und legst das Format erst beim Export fest. Das ganze Manuskript oder einzelne Kapitel gibst du als Word-Datei, PDF, E-Book (EPUB) oder Markdown aus. Vorlagen gibt es für Normseite, Taschenbuch und E-Book. Seitenformat, Ränder, Schrift, Zeilenabstand und Absatzgestaltung kannst du anpassen, ebenso Titelbild, Titelseite, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und Kapitelgestaltung. Aus demselben Text entsteht so die Leseprobe auf Normseiten und, wenn du selbst veröffentlichst, die Grundlage für Druckausgabe und E-Book.

Die Kapitel bleiben dabei Kapitel, wie du sie im Editor angelegt hast. Ob die exportierte Datei den technischen Vorgaben einer bestimmten Plattform oder Druckerei entspricht, prüfst du anschließend anhand von deren Hilfeseiten.
Häufige Fragen
Muss ein Manuskript im Normseitenformat eingereicht werden?
Nicht immer. Viele deutschsprachige Agenturen und Verlage nennen die Normseite, andere wünschen nur eine gut lesbare Schrift mit ausreichend Zeilenabstand. Maßgeblich sind die Einsendehinweise des Empfängers. Ohne Vorgabe ist das Normseitenformat eine sichere Wahl.
Word oder PDF: Welches Dateiformat ist besser?
Das hängt vom Empfänger ab. Ein PDF sieht überall gleich aus, eine Word-Datei lässt sich leichter kommentieren und bearbeiten. Steht in den Einsendehinweisen nichts dazu, ist ein PDF für die Bewerbung meist unproblematisch; für die spätere Arbeit im Lektorat wird oft eine bearbeitbare Datei gebraucht.
Gehört das Inhaltsverzeichnis ins Einreichungsmanuskript?
In der Regel nicht. Bei einem Roman ist es für die Prüfung des Textes nicht nötig. In der Druckausgabe und im E-Book ist es dagegen sinnvoll, im E-Book sogar wichtig für die Navigation.
Sollte ich Kapitel nummerieren und benennen?
Das ist eine Stilentscheidung. Wichtig ist, dass du im ganzen Manuskript einheitlich vorgehst, also entweder alle Kapitel nur nummerierst oder alle zusätzlich mit Titel versiehst.